| Nachdem
der
Begriff "Ökologisch" weder geschützt noch klar definiert ist,
ja sogar öfter mißbraucht und mißverstanden wird,
möchte
ich ihn aus der Sicht eines Architekten erläutern.
Ökologisches
Bauen heißt
in erster Linie Ressourcen schonen.
Beginnend beim
Primärenergiebedarf
zur Herstellung der Baustoffe, über den Energiebedarf für den
Transport zur Baustelle, bis hin zum Energieaufwand der Nutzeinheit
für
Beheizung, Kühlung, Lüftung, und spezielle
Gebäudetechnik.
Nicht zu vergessen
die Wiederverwertbarkeit
der Baustoffe beim " Rückbau" und die entstehende Müllmenge
bei
Erstellung des Gebäudes. Hinzu kommen natürlich
gesundheitliche
und baubiologische Aspekte, die bei den sprunghaft ansteigenden
Allergien
immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Ein Gebäude
nach ökologischen
Gesichtspunkten zu planen, bedeutet all diese Gesichtspunkte umzusetzen
in die individuelle Anforderung der Planungsaufgabe. Ein stimmiges
Gesamtkonzept
spart in den meisten Fällen mehr ein, als das
Architektenhonorar
ausmacht. Vielen Baufamilien ist nicht bewußt, daß bei
schlechter
Gebäudekonzeption immer viel zu viel Raum umbaut werden muss, der
letztendlich nicht benötigt, oft gar nicht nutzbar und deswegen
doppelt
teuer zu bezahlen ist.
Niedrigenergiehäuser
auf der grünen Wiese sind ökologischer Blödsinn, wenn
auch
immer noch besser als konventionelle Bauten. Die Energieeinsparungen
werden
durch die Zwangsmobilität wieder mehr als wettgemacht. Hier gilt
es
unsere Städte wieder bewohnbarer zu machen um die unsinnige Flucht
aus Land zu verhindern .Zudem gibt keine erschwinglichen
Grundstücke
im städtischen Innenbereich und die Randgemeinden der
Ballungsräume
bewirken mit längst überholten Bebauungsplanungen eine
Zersiedelung
der Landschaft und eine Zerstörung eines nicht vermehrbaren Gutes,
des Bodens.
Wenn denn schon auf
dem
Lande gewohnt werden soll, bedarf es einer Bauleitplanung die
dörfliche
Strukturen berücksichtigt, d.h. verdichtete Siedlungskonzepte mit
Hofbildungen et.c. anstrebt und nicht einer Zerstückelung der
Obstwiesen
in genormte Handtuchgrundstücke vollführt - ein immenser
Erschließungsaufwand
geht damit einher..
Unsinnigerweise wird
mehr
Augenmerk auf Dachneigung und Kniestock gelegt als auf Gesamtkonzepte.
Wer durch das Schreckenskabinett unserer Neubaugebiete wandelt,
muß
mitansehen wie, in vermeintlich fränkischer Bauweise, Kleinode des
schlechten Geschmacks entstehen . Da wird in Ermangelung
architektonischer
Qualität mit den verschiedenartigsten Geschwüren wie
Ess-erker
, Elfenbeintürmchen, Fledermausgaube geklotzt. Die fehlende
Individualität
wird gern mit geschnitzten Balkonbrüstungen ( deren Holzmasse
allein
für die Erstellung eines Holzhauses reichen würde) kaschiert.
Die Muster erinnern eher an alpenländische oder gar
westafrikanische
Schnitzmeister, denn an fränkisches Handwerk.
Die traditionellen
Gebäudegeometrien
haben sich konsequent entwickelt aus den Erfordernissen des
bäuerlichen
Lebens, der verfügbaren handwerklichen Techniken und den
örtlich
vorhandenen Baumaterialien. Damals sicher richtig und notwendig.
Warum kann die
heilige Kuh
des Einfamilienhauses mit fränkischem Steildach nicht geopfert
werden
für zeitgemässe, ökologisch stimmige, weit
kostengünstigere
Konzepte, die es auch jungen Familien mit wenig Kapital
ermöglichen
Wohneigentum zu erwerben.
Die Zeit
drängt. Mit
jedem falsch verbauten Quadratmeter Landschaft steigt unser
Energiebedarf
und der irreparable Schaden an unserer Umwelt.
Deshalb:
Bauherrn seit
wachsam, was
man euch als ökologisch verkaufen will
Behörden habt
Mut zu
ökologischen Entscheidungen
Architekten lernt,
was Ökologie
in der Architektur ausmacht und plant dementsprechend.
....damit wir
unseren Kindern
eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.
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